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Fallstudie 9: Italien: Diversifizierung der Anbausysteme für Hartweizen in semi-arider Umgebung mit Sulla-Klee, Hanf und Kichererbsen

Cluster 2: Nutzpflanzen-Diversifizierung unter ungünstigen Bedingungen

Die Identifizierung geeigneter Wege für innovative agronomische Lösungen und Optionen für die Wertschöpfungskette stellen in der Fallstudie ein Hauptziel dar, und zwar in einem agroklimatischen Kontext, der ein enges Spektrum an Alternativen im Hinblick auf die Diversifizierung der Nutzpflanzen bietet. Fallstudie 9 hat ihren Ursprung in der Notwendigkeit, auf Hartweizen basierende Ackerbausysteme unter trockenen und regenreichen Bedingungen in Sizilien zu diversifizieren. Da Monokulturen und große Weizenanbauflächen häufig die sizilianische Landschaft geprägt haben, war die Verwendung von Leguminosen in der Fruchtfolge oft die häufigste Wahl, um Monokulturen aufzubrechen. Die Prüfung von Optionen für den Anbau von Sella-Klee oder Kichererbsen in der Fruchtfolge mit Hartweizen in Sizilien war daher Teil der vorläufigen Annahmen für die Fallstudie. Neuere Entwicklungen auf regulatorischer und Marktebene zeigen eine vielversprechende Perspektive für die Einführung einer "Retro-Innovation" in den sizilianischen Ackerkultursystemen: Hanf.

Was sind die Hauptprobleme, die dem Entstehen der Fallstudie zugrunde liegen? Bewältigungsstrategien für klimatische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten stellen den wichtigsten Ansatzpunkt dar. Dies wurde den Akteuren der Fallstudie vor allem durch den Verlust der Bodenfruchtbarkeit und Erosion sowie durch Einkommensinstabilität deutlich.

In Sizilien wird die Diversifizierung der Nutzpflanzen über den üblichen Anbau hinaus durch die für die meisten regionalen Gebiete charakteristischen semi-ariden Bedingungen, uneinheitliche Niederschläge, knappe Bewässerungseinrichtungen und Wasserzugang, ungeeignete oder unrentable alternative Märkte sowie fehlende Kompetenzen und technische Hilfe bei agroökologischen Lösungen behindert. Die Identifizierung geeigneter Wege für innovative agronomische Lösungen und Wertschöpfungskettenoptionen im sizilianischen Kontext ist daher dringend erforderlich. Ein günstigeres soziotechnisches Umfeld ist in Sicht, wie die Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft in Sizilien zeigt; es ist die Region mit der größten ökologischen Anbaufläche, die in den letzten Jahren erheblich gewachsen ist (die letzten Zahlen zeigen, dass es 2017 einen Anstieg von 17% gab und 31% der sizilianischen landwirtschaftlich genutzten Fläche als ökologisch zertifiziert sind).

Die Diversifizierung der Wertschöpfungskette wird eine große Herausforderung und ein Schwerpunkt der Fallstudie bleiben. Barrieren wirken auf mehreren Ebenen: auf ökologischer Ebene (der semiaride Zustand schränkt die Diversifizierungsoptionen ein), auf wirtschaftlicher Ebene (Marktrigidität und mangelnde Unterstützung durch die Politik) und auf kognitiver Ebene (Widerstand gegen die Erforschung von agronomischen und Vermarktungsalternativen). Die soziokulturellen Barrieren scheinen jedoch nicht unüberwindbar zu sein; die Akteure der Fallstudien sehen bereits eine vielversprechende Dynamik in Nischen- und innovativen Bereichen wie der Wiederentdeckung lokaler/antiker Körner, innovativer Wertschöpfungsketten für lokal-europäische Märkte und Optionen, die sich aus den Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft ergeben.

Wie wird das Problem angegangen und welche Akteure sind daran beteiligt? Ausgehend von informellen Zusammenkünften verschiedener Akteure wurde ein "Sulla-Club" gegründet, um festzustellen, inwieweit der Sulla-Klee in Sizilien eine gültige agronomische und wirtschaftliche Option darstellen kann, einschließlich seiner Berufung zur Biogasproduktion und Gärrestnutzung für die Bodenfruchtbarkeit und Kohlenstoffspeicherung. Der "Sulla Club" brachte verschiedene Akteure in der Wertschöpfungskette (Landwirte, Züchter, Müller und Forscher) zusammen, um aufkommende Probleme bei sizilianischen Ackerkulturen zu diskutieren.

Die anschliessende Einbindung der Akteure, die durch die Fallstudie in ihrer Anfangsphase durchgeführt wurde, identifizierte weitere Möglichkeiten zur Diversifizierung der Kulturen, die Hanf in die Fruchtfolge einführen. Ausgelöst wurde dies durch eine jüngste Entwicklung der Gesetzgebung in Italien, die rechtliche Hindernisse beim Anbau, der Umwandlung und dem Verkauf von Hanf und Hanferzeugnissen beseitigte. Infolgedessen schlossen sich zwei weitere landwirtschaftliche Betriebe der Fallstudiengruppe an und brachten bahnbrechendes Fachwissen über Hanf ein.

Die Kerngruppe der Fallstudie entwickelte sich so unter Beteiligung von zwei Forschungsinstitutionen(FIRAB und CREA) und vier sizilianischen Bauernhöfen (Frasson-Bauernhof - konventionell, Pottino-Bauernhof - biologisch, und Crisafulli Mill und Kibbò-Bauernhof - Umstellung auf biologisch) mit heterogenen Betriebsorganisationen, Fruchtfolgen, pedoklimatischen Bedingungen und Referenzwertketten.

Unter Berücksichtigung dieser Vielfalt an pedoklimatischen Bedingungen, Management- und Vermarktungsoptionen wird in der Fallstudie hauptsächlich untersucht:

  • organisatorische und agronomische Lösungen auf Betriebsebene;
  • technische und Marktoptionen für Hartweizen, der eine Schlüsselkultur im regionalen Ackerbausektor ist;
  • relevante Wertschöpfungskettenverläufe für andere Schlüsselkulturen in den Fruchtfolgen.

Untersuchte Lösung Die Entwicklung der Fallstudie hat ihren Schwerpunkt teilweise neu ausgerichtet. Während die agronomischen Optionen zur Erhöhung der Nachhaltigkeit von Hartweizen weiterhin einer ihrer treibenden Schwerpunkte bleiben, untersucht die Fallstudie zunehmend die sozio-technischen Determinanten für die Einführung von Hanf in der Fruchtfolge. Insbesondere wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitspaket 5 eine Marktuntersuchung durchgeführt, um Hindernisse und Ermöglicher für hanfbasierte Wertschöpfungsketten zu analysieren.

Die Rolle anderer Arten in der Fruchtfolge und im Betriebseinkommen, namentlich von Leguminosen wie Sulla-Klee und Kichererbse, wird ebenfalls auf ihr agronomisches Potenzial und ihre wirtschaftliche Lebensfähigkeit untersucht.

Erwartetes Ergebnis Die Bestimmung der Wirksamkeit und Skalierbarkeit von Optionen zur Diversifizierung von Nutzpflanzen in semi-ariden Kontexten gehört zu den erwünschten Wirkungen des Fallstudienplans. Die Fallstudie, die sich mit verschiedenen Innovationsnischen und soziotechnischen Kontexten befasst, zielt darauf ab, die Gültigkeit verschiedener Diversifizierungspfade sowohl auf der Ebene der Betriebe als auch auf der Ebene der Wertschöpfungskette zu testen und zu vergleichen.

Das letztendliche Ziel der Fallstudie besteht darin, tragfähige Übergangspfade bereitzustellen, die regionale und nationale Interessenvertreter und politische Entscheidungsträger in ihrem Bemühen um mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft unter schwierigen klimatischen Bedingungen in Betracht ziehen können.

Relevanz für die DiverIMPACTS-Ziele Wie die Diversifizierung von Nutzpflanzen mit der Diversifizierung des Marktes und dem Interesse der Verbraucher an neuartigen Lebensmitteln kombiniert werden kann, ist einer der wichtigsten Beiträge der Fallstudie 9 zu DiverIMPACTS.

Weitere Informationen

Kontakt

  • Luca Colombo, FIRAB, Leiter der Fallstudie
  • Giovanni Dara Guccione, Fallstudien-Monitor

Links

ansa.it: In Siciliail Rinascimento rurale passa dalla canapa zenodo .org: Großer Cannabis e Cannabis picciotta